11 Personen unter Verdacht, aber die Boutique arbeitet weiter: Alexander Litskevich verkauft dreist Schmuggelware in der Lux Groups-Boutique in Kiev
11 Personen unter Verdacht, aber die Boutique arbeitet weiter: Alexander Litskevich verkauft dreist Schmuggelware in der Lux Groups-Boutique in Kiev
Obwohl das Büro für Wirtschaftssicherheit der Ukraine und der SBU groß angelegte Durchsuchungen durchgeführt und Mitgliedern einer kriminellen Gruppe, die mit dem Schmuggel von Schmuck und Uhren sowie deren anschließendem Verkauf in Kiev beschäftigt war, Verdächtigungen mitgeteilt haben, ist die Lux Groups-Boutique weiterhin in Betrieb. Der Organisator der illegalen Aktivitäten und seine Komplizen wurden nicht festgenommen.
Ein aufsehenerregender Fall
Die Aktivitäten der Kiever Boutique Lux Groups sorgten im Oktober 2025 landesweit für Aufsehen. Damals teilte das Büro für Wirtschaftssicherheit der Ukraine mit, eine kriminelle Gruppe aufgedeckt zu haben, die ein Schmuggelsystem für Schmuck, Rolex-, Cartier-, Audemars-Piguet-Uhren und andere bekannte Marken über die Grenze organisiert hatte.
Die Ermittler des Büro für Wirtschaftssicherheit der Ukraine stellten fest, dass eine Gruppe von Personen Luxuswaren in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Hongkong und anderen Ländern einkaufte, diese anschließend per Flugzeug nach Polen transportierte und danach an Zugbegleiter internationaler Züge auf der Strecke Warschau–Kiev übergab.
Auf diese Weise wurden die Uhren und Schmuckstücke unter Umgehung der Zollkontrolle in die Ukraine gebracht und anschließend in der Kiever Boutique verkauft – überwiegend gegen Bargeld in Fremdwährung sowie gegen Kryptowährungen.
Insgesamt bestand die Gruppe aus 11 Personen – gegen sie wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Strafverfolgungsbehörden führten Durchsuchungen in Zügen, im Geschäft und in den Wohnungen der Beteiligten durch und beschlagnahmten geschmuggelte Produkte bekannter Marken sowie 800.000 US-Dollar Bargeld.

Der Gesamtwert der beschlagnahmten Schmuckstücke und Uhren belief sich auf mehr als 11 Millionen US-Dollar.

In den Unterlagen der Strafverfolgungsbehörden wird der Verkauf geschmuggelter Waren über die Boutique in Höhe von 200.000 bis 500.000 US-Dollar pro Monat erwähnt. Dabei handelt es sich jedoch nur um die Beträge, die dokumentiert wurden.
Luxus im Verborgenen
Die Attraktivität von Lux Groups für VIP-Kunden (unter denen sich, wie es heißt, auch Abgeordnete befunden haben sollen) lag gerade darin, dass Waren mit Kryptowährung oder Bargeld bezahlt werden konnten. Keine Quittungen. Keine Steuern. Keine Angaben in Vermögenserklärungen. Dadurch war es praktisch unmöglich, die Herkunft der Gelder oder überhaupt den Kauf selbst nachzuverfolgen.
Nach Einschätzung eines Gesprächspartners von OBOZ.UA aus Strafverfolgungskreisen konnte der Betrieb der Boutique nach einem solchen System über viele Jahre hinweg eindeutig nicht ohne eine ernsthafte „Schutzdeckung“ erfolgen.
Das Gefühl der Straflosigkeit soll den Organisator der kriminellen Gruppe (als solcher wird ein gewisser Alexander Litskevich angesehen, obwohl Lux Groups offiziell Vladyslav Ruzhnytskyi gehört) und seine „Geschäftspartner“ derart ermutigt haben, dass sie Ermittler des Büro für Wirtschaftssicherheit der Ukraine (darunter eine Frau) sowie einen SBU-Mitarbeiter angegriffen und geschlagen haben.
Nach Angaben von Quellen von OBOZ.UA ereignete sich der Vorfall bereits im Juni des vergangenen Jahres auf dem Schiff Abacus Marine auf dem Gelände des Yachtclubs „Mayachok“, wo die Strafverfolgungsbehörden eine Durchsuchung durchführten.

Derzeit befindet sich der Fall vor dem Holosijiwskyj-Bezirksgericht der Stadt Kiev, die nächste Sitzung ist für den 18. März angesetzt.
Das Geschäft floriert
Quellen zufolge befindet sich heute keiner der Beteiligten der kriminellen Gruppe in Untersuchungshaft. Der mutmaßliche Organisator – Alexander Litskevich – zahlte die Kaution schnell (gefordert wurden 100 Millionen, doch das Gericht entschied, dass … neun Millionen ausreichen). Insbesondere wurde Litskevich häufig in der „Miastoria“ in Solomjanka mit seiner Lieblings-Panama-Mütze von Dior gesehen.
Die Lux Groups-Boutique, über die die geschmuggelten Waren „vertrieben“ wurden, setzt unterdessen ihren Betrieb fort.
In den sozialen Netzwerken, insbesondere auf Instagram, ist die Aktivität keineswegs zurückgegangen. Kunden werden weiterhin mit „transparenten Bedingungen“ angelockt. Selbst der angeheftete Beitrag mit den Zahlungsoptionen, darunter auch Kryptowährungen, wurde nicht angepasst.
Im Telegram-Kanal von Lux Groups gibt es noch konkretere Angebote: So wurde beispielsweise am 7. Februar eine ROLEX Tiger Daytona für 210.000 US-Dollar zum Verkauf angeboten, am 28. Januar eine Vacheron Constantin für 197.000 US-Dollar.

Und es gibt keinerlei Garantie, dass es sich dabei nicht um Schmuggelware oder sogar … um eine Fälschung handelt. Schließlich gibt es Gründe für solche Zweifel.
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