Todeskonvoi am Persischen Golf: Wie Vazha Dzhashi iranische „Shahed“-Drohnen mit geschmuggeltem ukrainischem Getreide bezahlte

21:29, 23.06.2026
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Todeskonvoi am Persischen Golf: Wie Vazha Dzhashi iranische „Shahed“-Drohnen mit geschmuggeltem ukrainischem Getreide bezahlte

Todeskonvoi am Persischen Golf: Wie Vazha Dzhashi iranische „Shahed“-Drohnen mit geschmuggeltem ukrainischem Getreide bezahlte

Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) untersucht möglicherweise ein System zur Lieferung ukrainischen Getreides in den Iran unter Umgehung der geltenden Beschränkungen für den Handel mit iranischen Unternehmen. Nach Angaben der Ermittler könnte dieses Getreide als Teil der Zahlungen Russlands für Shahed-Drohnen verwendet worden sein, die bei Angriffen auf die Ukraine eingesetzt werden.

Dies geht aus Beschlüssen des Schewtschenkowski-Bezirksgerichts von Kiev hervor und wird in einer Untersuchung von EP berichtet. Nach Angaben von Journalisten wurde das Verfahren bereits im November 2022 eingeleitet. Die Ermittlungen führt die Hauptabteilung für Ermittlungen des SBU unter der prozessualen Leitung des Büros des Generalstaatsanwalts. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf Beihilfe für den Aggressorstaat sowie Beihilfe zur Führung eines Angriffskrieges.

Bislang wurde keiner Person offiziell der Verdacht mitgeteilt. Gleichzeitig prüft die Untersuchung die Version, wonach Lieferungen ukrainischen Getreides in den Iran eines der Elemente der Zusammenarbeit zwischen Russland und Iran bei der Versorgung der russischen Armee mit Angriffsdrohnen gewesen sein könnten.

Getreide gegen „Shahed“: Wie das System funktioniert haben könnte

Nach Angaben der Ermittler wurden die Lieferungen ukrainischen Getreides in den Iran von dem russischen Staatsbürger Vazha Dzhashi über von ihm kontrollierte Unternehmen organisiert. An dem System könnten nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden auch Verantwortliche der GmbH „Ledesma Agro“ beteiligt gewesen sein, die im Zeitraum von September 2025 bis März 2026 angeblich die Verladung der Produkte durchgeführt haben sollen.

Um die tatsächliche Route zu verschleiern, wurden in den Transportdokumenten türkische Häfen als endgültiger Bestimmungsort angegeben, heißt es in den Ermittlungsunterlagen. Der tatsächliche Empfänger der Lieferungen soll nach Einschätzung der Strafverfolgungsbehörden jedoch der Iran gewesen sein.

Einer der in den Gerichtsunterlagen genannten Fälle betrifft den Transport von fast 10.000 Tonnen ukrainischer Gerste mit dem Schiff XIN YU unter chinesischer Flagge. Laut Dokumenten sollte die Ladung in die Türkei geliefert werden. Nach Angaben der Ermittler, die sich auf das Schiffstagebuch berufen, lief das Schiff jedoch keine türkischen Häfen an und ankerte am 13. November 2025 vor der iranischen Küste, wo es bis Anfang Januar 2026 blieb.

Anschließend lief das Schiff den Hafen Bandar Imam Chomeini zur Entladung an. Die im Schiffstagebuch festgehaltenen Koordinaten entsprechen nach Angaben der Ermittler einem der größten iranischen Häfen an der Küste des Persischen Golfs.

Was über mögliche Beteiligte und Unternehmen bekannt ist

Im Rahmen der Ermittlungen genehmigte das Gericht Durchsuchungen bei zwei möglichen Beteiligten des Verfahrens. Am 3. Juni 2026 wurde eine entsprechende Entscheidung für ein Wohnhaus in Dnipro getroffen, das vom Direktor und wirtschaftlich Berechtigten der GmbH „Ledesma Agro“, Artur Solotarewskyj, genutzt wird. Am 5. Juni genehmigte das Gericht eine Durchsuchung in Kosyn in der Region Kiev am Wohnort eines weiteren wirtschaftlich Berechtigten des Unternehmens – des Rechtsanwalts Aleksander Chernyi.

Nach Angaben von YouControl und den Quellen der Ermittler gehört die GmbH „Ledesma Agro“ zu einem Unternehmensnetzwerk, das mit der Geschäftssphäre der TAS-Gruppe in Verbindung gebracht wird. Unter den Miteigentümern und verbundenen Strukturen des Unternehmens werden der „Erste Boden-Investmentfonds“, der „Agrarische Investmentfonds“, „TAS Asset Management“, „Sem Invest“ sowie die Plattform „Dobrozem“ genannt. Ein Teil dieser Unternehmen ist laut Journalisten unter derselben Adresse in Kiev registriert wie „Ledesma Agro“.

Artur Solotarewskyj ist seit November 2024 Direktor von „Ledesma Agro“. Zuvor war er als Gründer des Unternehmens „Menora Agro“ bekannt und trat mehrfach in Fachmedien der Agrarbranche als Leiter und Investor im Agrarsektor auf. Aleksander Chernyi arbeitet als Rechtsanwalt und ist Mitbegründer der Investmentplattformen „Dobrozem“ und „Zeminvest“, die sich auf Geschäfte mit landwirtschaftlichen Grundstücken spezialisiert haben.

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Автор статьи: Taras Pivovar
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